Betontod – Gedanken zum Sparhaushalt

Ein Artikel der Freien Presse vom 17./18. November zeigt sehr deutlich wo die Schwerpunkte in der Stadtpolitik gesetzt werden – im anrühren von Beton. Insgesamt über 63 Millionen Euro sollen 2010 in Bauvorhaben investiert werden. Im Gegenzug sollen scheinbar lächerliche 500000 Euro beim Jugendamt eingespart werden (etwa 1/126 der Investitionssumme). Das Problem dieser scheinbar geringen Sparsumme ist das Todesurteil für einige Projekte der Jugendarbeit (bspw. AJZ, Benario, Bumerang), die allesamt nicht aus fachlichen Gründen geschlossen werden sollen, sondern wegen eines angeblichen Sachzwangs.

Aber welcher Sachzwang rechtfertigt alleine die 24,8 Millionen Euro Stadtgelder für den Umbau des ehemaligen Kaufhauses Schocken zum Landesmuseum für Archäologie? Allein mit diesem Geld könnte die 2010 geplante Kürzung im Jugendhaushalt für die kommenden 48 Jahre abgefedert werden. Zugegeben, eine stark vereinfachte Rechnung, aber sie zeigt deutlich, dass es Handlungsspielraum gibt. Mit Sicherheit gibt es duzende weitere Möglichkeiten durch kreative Finanzpolitik die Jugendarbeit dieser Stadt auf dem Ist-Stand zu halten oder gar auszubauen. Mensch muss nur wollen. In diesem Sinne: junges (Stadt-)Leben oder Betontod.