Heilsarmee goes Saviour

Es ist vollbracht. Stoisch hat der Jugendhilfeausschuss den Maßnahmeplan für 2010 verabschiedet. Die Folgen sind schon hinreichend diskutiert worden und müssen hier nicht erneut ins Rampenlicht gestellt werden.

Einen neuen Aspekt bringt aber derweil die FDP ins Spiel. Deren Stadtverordneter Wolfgang Lesch wundert sich laut Aussage in der Gratiszeitung „blitzpunkt“ darüber, dass entgegen den bisherigen Aussagen der Stadtverwaltung schon in diesem Jahr 500.000 Euro für die Bewerbung um den segensreichen Titel „Stadt der Wissenschaft“ im Haushalt eingeplant werden, also ziemlich genau die Summe, die bei der Jugendhilfe gespart werden soll (Quelle blitzpunkt).

Nun könnte der gemeine Leser daraus schließen, dass auf Kosten der Kinder und Jugendlichen dieser Stadt die Teilnahme an einem Wettbewerb finanziert wird, dessen Sinnhaftigkeit für die Stadtentwicklung zu diskutieren wäre. Ebenso könnte er zu der Ansicht gelangen, dass hier wieder ein Prestigeobjekt für präsentierwütige Stadtoberhäupter auf Kosten der Allgemeinheit durchgepeitscht werden soll.

Natürlich ist dem nicht so. Unsere Stadtleitung handelt wohl überlegt. Die ehemalige Lehrerin an der Spitze weiß nur zu gut, dass Bildung sehr, sehr wichtig ist. Und die Aufgaben der für das große Ganze geopferten Leistungsempfänger können ja die Pfadfinder und die Heilsarmee übernehmen (die Jungen Pioniere gibt es ja leider nicht mehr). Amen.


1 Antwort auf „Heilsarmee goes Saviour“


  1. 1 Baumhäusler 29. Januar 2010 um 9:39 Uhr

    …aber folgendes klingt doch wohl nicht ganz schlecht – Mopo von heute:

    Millionen-Ausgaben beschlossen – Chemnitz atmet kurz auf

    Chemnitz – Kurzes Aufatmen bei Tietz und Jugendclubs: Am Abend hat der Stadtrat den Haushalt 2010 beschlossen. Und die geplanten Budgetkürzungen bei Jugend- und Kultureinrichtungen wieder zurückgenommen.

    Gut 700 Millionen Euro ist der Etat der Stadt schwer. Davon sind 563 Millionen Euro für Zuschüsse (unter anderem Theater), Personalausgaben und Zinsen reserviert. 133 Millionen sind für Investitionen in Straßen sowie Brücken (15,7 Millionen), Kitas (6,7 Millionen) und Schulen (15 Millionen) vorgesehen.

    An gut 20 Stellen änderte der Stadtrat die Pläne des Rathauses ab, so bei vier Jugendprojekten. Sie bekommen höhere Zuschüsse. Darunter sind Radio T (plus 48000 Euro), das Medienzentrum Bumerang (38000 Euro), der Jugendklub Fokus (50000 Euro) und das Ferienlagerprojekt Die Verreiser (30000 Euro). Das Tietz bekam ebenfalls eine Extra-Finanzspritze.

    Der Rat gab seine Zustimmung, aus dem Sparstrumpf des Kulturkaufhauses 169000 Euro zu nehmen. Betriebsleiter Werner Rohr (58) ist erleichtert: „Dadurch kann der Bücherbus weiterfahren und auch der Etat für Neuanschaffungen ist höher.“ Außerdem kann die Stadtbibliothek ab Montag zu ihren alten Öffnungszeiten zurückkehren. (as)

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