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Heilsarmee goes Saviour

Es ist vollbracht. Stoisch hat der Jugendhilfeausschuss den Maßnahmeplan für 2010 verabschiedet. Die Folgen sind schon hinreichend diskutiert worden und müssen hier nicht erneut ins Rampenlicht gestellt werden.

Einen neuen Aspekt bringt aber derweil die FDP ins Spiel. Deren Stadtverordneter Wolfgang Lesch wundert sich laut Aussage in der Gratiszeitung „blitzpunkt“ darüber, dass entgegen den bisherigen Aussagen der Stadtverwaltung schon in diesem Jahr 500.000 Euro für die Bewerbung um den segensreichen Titel „Stadt der Wissenschaft“ im Haushalt eingeplant werden, also ziemlich genau die Summe, die bei der Jugendhilfe gespart werden soll (Quelle blitzpunkt).

Nun könnte der gemeine Leser daraus schließen, dass auf Kosten der Kinder und Jugendlichen dieser Stadt die Teilnahme an einem Wettbewerb finanziert wird, dessen Sinnhaftigkeit für die Stadtentwicklung zu diskutieren wäre. Ebenso könnte er zu der Ansicht gelangen, dass hier wieder ein Prestigeobjekt für präsentierwütige Stadtoberhäupter auf Kosten der Allgemeinheit durchgepeitscht werden soll.

Natürlich ist dem nicht so. Unsere Stadtleitung handelt wohl überlegt. Die ehemalige Lehrerin an der Spitze weiß nur zu gut, dass Bildung sehr, sehr wichtig ist. Und die Aufgaben der für das große Ganze geopferten Leistungsempfänger können ja die Pfadfinder und die Heilsarmee übernehmen (die Jungen Pioniere gibt es ja leider nicht mehr). Amen.

In der Kutsche durch die Stadt

Prosit Neujahr

Das Jahr 2009 ist Geschichte und wir sind genau so schlau wie vorher, das heißt nicht ganz. Wir haben gelernt, dass von Amtswegen informelle Telefonate als Zustimmung zur Kürzung gedeutet werden. Wir haben auch gelernt, dass Widerstand gegen nicht fachlich begründete Mittelstreichungen zuweilen als ein Affront gegen Lichtgestalten der städtischen Mittelverteiler verstanden wird.

Ein Höhepunkt des vergangenen Jahres war die erkennbare Demokratiefeindlichkeit von Brandschutzverordnungen. Diese Verordnungen sind in der Lage öffentliche Ausschusssitzungen komplett zu verhindern, wenn die Öffentlichkeit in geschlossene Räume vordringt. Als i-Tüpfelchen führte diese Gemengelage aus Verordnung und Öffentlichkeit bei einigen Anwesenden zur Erkenntnis, dass weitere Kürzungen nun unausweichlich seien. Oder anders: Öffentlichkeit führt zu Mittelstreichungen.

Nicht neu hingegen war die Erkenntnis, dass Parteien Beschlüsse fassen, diese aber letztlich nur als Schall und Rauch betrachtet werden und somit nichtig zu sein scheinen.

Der Stein der Weisen wurde trotz des massigen Erkenntnisgewinns nicht gefunden. Wünschen wir uns also ein ebenso erkenntnisreiches Jahr 2010 und eine Bürgermeisterin, die nicht nur stumm winkend in der Kutsche durch die Stadt fährt. Oder müssen wir alles selber machen?

ACHTUNG: Nächste Jugendhilfeausschuss-Sitzung

Am 12. Januar 2010 findet die nächste Jugendhilfeausschuss-Sitzung statt, in der über die Kürzungen für das AJZ und andere Träger der Jugendarbeit diskutiert und entschieden werden soll. Kommt wieder zahlreich um der Sitzung beizuwohnen! Es ist noch immer nichts sicher für das AJZ, deswegen müssen wir weiter protestieren und der Stadt Chemnitz zeigen, dass wir mit Kürzungen NICHT einverstanden sind.

Die Sitzung beginnt 16.30 Uhr in der Aula des Beruflichen Schulzentrums für Technik II, Schloßstraße 3, 09111 Chemnitz

Kommt zahlreich!

Tagesordnung gibts hier

Information zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses

Morgen, am 08.12.2009 tagt 16.30 Uhr der Jugendhilfeausschuss im Chemnitzer Rathaus (Beratungsraum 118). Die Sitzung ist öffentlich! Die Beschlussvorlage als PDF download findet ihr HIER

Betontod – Gedanken zum Sparhaushalt

Ein Artikel der Freien Presse vom 17./18. November zeigt sehr deutlich wo die Schwerpunkte in der Stadtpolitik gesetzt werden – im anrühren von Beton. Insgesamt über 63 Millionen Euro sollen 2010 in Bauvorhaben investiert werden. Im Gegenzug sollen scheinbar lächerliche 500000 Euro beim Jugendamt eingespart werden (etwa 1/126 der Investitionssumme). Das Problem dieser scheinbar geringen Sparsumme ist das Todesurteil für einige Projekte der Jugendarbeit (bspw. AJZ, Benario, Bumerang), die allesamt nicht aus fachlichen Gründen geschlossen werden sollen, sondern wegen eines angeblichen Sachzwangs. (mehr…)